Vorläufige Festnahme und Untersuchungshaft

Die vorläufige polizeiliche bzw. staatsanwaltschaftliche Festnahme stellt einen erheblichen Grundrechtseingriff dar. Dieser ist zeitlich befristet, so dass die Festnahme längstens bis zum Ende des auf die Festnahme folgenden Tages aufrechterhalten werden darf.

Vorläufige Festnahmen werden regelmäßig auch mit Beschuldigtenvernehmungen verbunden. Es sollte deshalb erst recht gut überlegt werden, ob zu diesem Zeitpunkt des Verfahrens eine Aussage gemacht oder besser unter Inanspruchnahme des Aussageverweigerungsrechtes verweigert werden sollte. Auf das Aussageverweigerungsrecht muss der Beschuldigte rechtzeitig ebenso wie über sein Recht auf Anwaltskonsultation hingewiesen werden.

Hat das Gericht die Untersuchungshaft angeordnet und einen Haftbefehl erlassen, stehen im Zentrum des Mandanteninteresses die schnellstmögliche Prüfung der Strafverteidigungsmöglichkeiten. Der Strafverteidiger wird dabei sein Augenmerk sowohl darauf richten, ob die Voraussetzungen für einen Antrag und für den Erlass eines Haftbefehls überhaupt vorliegen als auch darauf, ob eine Aufhebung oder hilfsweise eine Außervollzugsetzung des Haftbefehls gegen Auflagen erreicht werden kann. In jedem Fall ist Eile geboten, da erhebliche Nachteile bis hin zum Verlust des Arbeitsplatzes drohen.

[zurück]