Arzthaftungsrecht

Arzthaftung

Rechtsanwalt Marcus W. Doll LL.M.

Master of Laws (Medizinrecht)

 

Wir beraten und vertreten Patienten, deren Angehörige bzw. Hinterbliebene in Fällen eines Behandlungsfehlerverdachts. Dabei unterstützen wir Sie bundesweit bei der Wahrung und Durchsetzung Ihrer Patientenrechte, insbesondere bei Schmerzensgeld- und Schadensersatzansprüchen in Arzthaftungsfällen. Zu unserem Arbeitsbereich gehören insbesondere auch Fälle von Infektionserkrankungen (nosokomiale Erreger – Krankenhauskeime), die während eines oder nach einem stationären Krankenhausaufenthalts aufgetreten sind, und deren lebensbedrohlicher Folgen (etwa Sepsis bis hin zum Multiorganversagen).

Schildern Sie uns Ihr Anliegen mit den gesundheitlichen Folgen und der vorherigen ärztlichen Behandlung. Wegen der Komplexität von Behandlungsabläufen im ambulanten, insbesondere im stationären Bereich ist die Rekonstruktion der jeweiligen ärztlichen Behandlungsschritte und gesundheitlichen Entwicklung des Patienten für eine juristische Bewertung von entscheidender Bedeutung.

Auf der Grundlage Ihrer Angaben und der Behandlungsdokumentation geben wir Ihnen eine Einschätzung Ihres individuellen Falles. Dabei überprüfen wir die Behandlung auf mögliche

  • Diagnosefehler,
  • Therapiefehler,
  • allgemeine Behandlungs- und spezifische Organisationsfehler,
  • Befunderhebungsdefizite sowie auf
  • unterschiedliche Aufklärungsmängel.

Wir erläutern Ihnen gerne die rechtlichen Möglichkeiten. Zudem zeigen wir Ihnen einzelfallorientiert eine konzeptionelle und zweckmäßige Vorgehensweisen auf.

 

Aktuelle arzthaftungsrechtliche Entscheidung

 

Grundsatzurteil des BGH über Organspendeaufklärung (Nierenspende)

Der Bundesgerichtshof hatte für Lebendorganspenden über die Tragweite der Aufklärungsvoraussetzungen und deren Rechtsfolgen im Falle der Nichteinhaltung dieser Aufklärungsvoraussetzungen zu entscheiden. Im Ergebnis gelangte der BGH dazu, dass nicht jeder Verstoß gegen Aufklärungspflichten nach dem Transplantationsgesetz (TPG) per se zur Unwirksamkeit der Einwilligungserklärung in die Organentnahme führe. Es sei nach formellen, die Aufklärung lediglich begleitenden Vorgaben einerseits und inhaltlichen Vorgaben andereseits zu differenzieren. Soweit die inhaltliche Aufklärung der Nierenspenderin über das Eingriffs- bzw. das eigene Gesundheitsrisiko fehlerhaft erfolgt sei, könne  – anders als die vom OLG Hamm als Vorinstanz vertretene Rechtsauffassung – dem nicht der Einwand rechtmäßigen Alternativverhaltens entgegen gesetzt werden, denn es bestünden nach dem Transplantationsgesetz im Unterschied zum Heilbehandlungseingriff gesteigerte Aufklärungsanforderungen. Damit war dem Einwand der Beklagtenseite, die Organspenderin hätte auch bei ordnunggemäßer Aufklärung in die Organentnahme eingewilligt, kein Erfolg beschieden.

(Quelle: BGH, Urt. v. 29.01.2019 – VI ZR 495/16)

 

Schmerzensgeld und Schadensersatz wegen unterlassener Koloskopie (Darmspiegelung)

In einem Arzthaftungsprozess hat das OLG Braunschweig das erstinstanzliche Urteil des LG Braunschweig bestätigt, mit dem der verklagte Arzt zu einer Schmerzensgeldzahlung in Höhe von 70.000 € sowie zu Schadensersatz verurteilt wurde. Dem lag eine verpätete Diagnosestellung und damit ein verzögerter Therapiebeginn einer Darmkrebserkrankung zu Grunde. Der Krebs hatte zudem in ein anderes Bauchorgan gestreut. Die gesundheitlichen Beschwerden der Patientin seien unzureichend diagnostiziert worden, eine gebotene Darmspiegelung sei unterblieben. Wegen der Schwere des Behandlungsfehlers habe – so das Gericht – nicht die Patientin bzw. deren Erben, sondern der verantwortliche Arzt beweisen müssen, dass die verspätete Krebsdiagnose und der verzögerte Therapiebeginn für den Gesundheitsschaden der Patientin nicht ursächlich gewesen seien. Diesen Beweis habe der Beklagte jedoch nicht erbracht.

(Quelle: OLG Braunschweig, Urt. v. 28.02.2019 – 9 U 129/15)

 

 

Stand: Juli 2019